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25.7.2017 : 12:47 : +0000
Haus Mensch und Natur

Ertüchtigung der Kamske

oder
„Wie Bürger maßgeblich an der Verschlechterung abflussfreier Vorfluten fahrlässig mitwirken.“

Eines der größten Herausforderungen und Aufgaben im Zusammenhang mit dem Wiederanstieg des Grundwassers nach dem aktiven Bergbau sind ordnungsgemäße und gepflegte Grabensysteme zur Ableitung des Oberflächenwassers.
Nach Erarbeitung eines Masterplans und eines Bewirtschaftungskonzeptes für den Raum Lübbenau als Rahmenplan, der im Detail weiterhin weiterer Abstimmungen und Genehmigungen bedarf, werden seit einigen Jahren Schritt für Schritt Grabensysteme und Vorflutsysteme saniert bzw. ertüchtigt.
Die Ertüchtigung der „Verlängerten Zerkwitzer Kahnfahrt“ befindet sich in der Endphase mit einigem Zeitverzug. Dieser ist teilweise der diesjährigen Hochwasserphase geschuldet, vielmehr jedoch durch die Tatsache, dass am Grabensystem entlang durch Eigentümer/Nutzer „illegale“ (nicht genehmigte) Bauten errichtet bzw. sogar das Grabensystem überbaut wurde.
Derzeit wird die hydraulische Ertüchtigung des 3. und letzten Bauabschnittes der „Kamske (A Graben)“ vom Einlaufbauwerk in Boblitz bis zur Dammstraße vorbereitet. Die LMBV hat im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung diese Leistung an das lokale Unternehmen Tief- und Wasserbau Boblitz GmbH vergeben.
Neben der Böschungspflege (Entfernung des Bewuchses) soll die „Kamske“ entschlammt und ausgebaggert sowie und eine neue Grabensohle in circa 1,50 Meter Tiefe aufgebaut werden. Leider musste auch hier festgestellt werden, dass eine „illegale“ Be- und Überbauung der Böschung, Eingriffe in das Grabensystem und die illegale Ablagerung von Abfällen im Böschungsbereich stattfanden. Einige Einbauten in und am Gewässer erschweren oder behindern die Durchführung der beschriebenen Arbeiten.
Die betroffenen Eigentümer/Nutzer werden hiermit aufgefordert, die nicht genehmigten Überbauungen usw. unverzüglich zu entfernen. Uferbefestigungen und Bauwerke die während oder durch die Baggerarbeiten ihre Stabilität oder Standsicherheit verlieren werden durch die Bauausführende Firma zurückgebaut und auf den angrenzenden Grundstücken abgelegt, so dass diese dann von den Grundstückseigentümern/Nutzern zu ihren Lasten zu entsorgen sind. Weiterhin fordert die Stadt die betroffenen Grundstückseigentümer/Nutzer auf die schriftlichen Genehmigungen (soweit tatsächlich vorhanden) für Brückenbauwerke, Stege, Kabel- bzw. Leitungstrassen und Wasserentnahmen in Kopie beim Bauamt vorzulegen.
Die in diesem Zusammenhang festgestellten Ablagerungen von Grünschnitt und Gartenabfällen entlang der Böschung sind unverzüglich ordnungsgemäß zu entsorgen, da ansonsten mit Ordnungswidrigkeitsverfahren zu rechnen ist. Völlig unverständlich bleibt, dass es keine Sozialkontrolle gibt und viele angrenzende Grundstückseigentümer/Nutzer wissentlich diesen unhaltbaren Zustand dulden und sich nicht dagegen wehren.

Rudolf Heine (Beauftragter für Oberflächen- und Grundwasser)

Helmut Wenzel (Bürgermeister)

Rechliche Grundlagen zum Beitrag Ertüchtigung der Kamske

Biosphere Landscape

Mit dem Spreewald erstreckt sich rund 100 Kilometer südöstlich von Berlin eine Kulturlandschaft, die in Mitteleuropa ihresgleichen sucht. Die Spree verliert sich hier – eine Folge der letzten Eiszeit vor rund 20.000 Jahren – in einem Labyrinth von Fließen. Die Wiesen, Felder und Wälder entlang der Wasserläufe und natürlich die Fließe selbst bieten rund 19.000 Pflanzen- und Tierarten Lebensraum, viele davon anderorts bereits ausgestorben oder in ihrem Bestand gefährdet. Um diese über Jahrhunderte entstandene Kulturlandschaft zu bewahren und gleichzeitig zukunftsfähig zu entwickeln, wurde 1990 das Biosphärenreservat Spreewald gegründet. 1991 erhielt das rund 480 Quadratkilometer große Schutzgebiet die Anerkennung der UNESCO und wurde damit Teil eines weltweiten Systems von großflächigen Schutzgebieten. Gleichzeitig ist es ein wichtiger Bestandteil des Brandenburger Netzes von Großschutzgebieten. 20 Prozent der Fläche des Biosphärenreservates sind als Naturschutzgebiete ausgewiesen, der übrige Teil als Landschaftsschutzgebiet.

Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald

Das Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald ist ein Naturschutzgroßprojekt der Bundesrepublik Deutschland, des Landes Brandenburg und des Zweckverbandes Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald.
Die einmalige, von Fließen, Wiesen und Niederungswäldern geprägte Kulturlandschaft soll mit ihren für den Spreewald typischen Tier- und Pflanzenarten erhalten und entwickelt werden. Für das Vorhaben stehen insgesamt ca. 12 Mio. Euro zur Verfügung, die im Zeitraum von 2001 bis voraussichtlich 2014 in Maßnahmen für die Sicherung des einzigartigen Naturhaushaltes investiert werden.

Zweckverband Gewässerrandstreifenprojekt Spreewald
Untere Wasserbehörde
Postfach 1441
15904 Lübben (Spreewald)
Telefon: 03546 20-1610
Telefax: 03546 20-2317
Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-Mailanne.roever(at)dahme-spreewald.de
Homepage: www.gewässerrandstreifenprojekt-spreewald.de